Katharina Lechthaler

Katharina LechthalerKatharina Lechthaler
Soziokratie ist eine runde Sache

Mitbegründerin des Soziokratie Zentrum Österreich (2012); Zertifizierte Trainerin und Beraterin für Soziokratie (seit 2015); Ursprungs­beruf Sozial- und Erlebnispädagogin.

Mein Schlüsselerlebnis war 2011/12 die existenz­bedrohende Krise unseres Cohousing­projektes “Pomali”: Als ich in dieser Phase Obfrau des Vereines wurde, konnte ich als Führungskraft den Wert und Nutzen der Soziokratie am eigenen Leib erfahren, denn ohne diese Umstrukturierung wäre unser Projekt nach jahrelanger Arbeit gescheitert. Hier wurzelt meine Begeisterung, mit der ich Soziokratie unterrichte und Organisationen bei der Implementierung begleite. Aus diesen eigenen, prägenden Erfahrungen kann ich überdies hohe Empathie für die Menschen in ihren Prozessen entwickeln.


Mein Why

Ein anderes Miteinander

Schon als Kind habe ich mich wohl gewundert, in welch eine eigenartige Welt ich hier geraten bin, in der Menschen einander dominieren, einander ausschließen, übereinander statt miteinander reden und letztlich nur die Möglichkeit haben, durch Anpassung dazuzugehören oder unangepasst herauszufallen.

Halb unbewusst aber nicht zufällig landete ich beruflich im Sozialbereich. Trotz aller Ausbildung und Professionalisierung weckte erst ein indianischer Lehrer wieder dieses uralte Sehnen in mir, in einer Gemeinschaft von Menschen zu leben oder zu arbeiten, in der ich mit meinem ganzen Potential und all meinen Eigenarten dazugehöre, in der wir miteinander wertschätzend, liebevoll und zugewandt umgehen und darüber hinaus auch die Verbindung zur Natur wieder so gestalten.

Durch die Erfahrung als Alleinerzieherin noch verstärkt, lag der Wunsch nahe, genau so eine Gemeinschaft zu finden oder mitaufzubauen. Der Wille war stark, die Menschen waren die Besten, die ich mir vorstellen konnte, als ich 2009 zum Wohnprojekt “Pomali” kam. Umso bestürzter war ich, als nach anfänglichem Wachstum und Euphorie 2011 eine große Krise das Projekt erfasste und innerhalb von ein paar Monaten die Gruppe von 35 auf 15 Erwachsene schrumpfte, Freundschaften zerbrachen und das Projekt kurz vor dem Zusammenbruch stand. Wir alle mussten erkennen, dass guter Wille und miteinander zu reden alleine nicht ausreichten, um etwas Gemeinsames auf den Boden zu bringen. Als Obfrau lernte ich aus dieser Not heraus die Soziokratie mit ihren klaren Strukturen und Entscheidungsfindungsprozessen kennen, die wir 2012 auch implementierten.

Dieser riesige Hebel, den eine gute und lebendige Organisationsstruktur darstellt, faszinierte mich. Ich kehrte nicht mehr in den Sozialbereich zurück, sondern begleite seither Firmen und Organisationen dabei, sich durch Klarheit in der inneren Ordnung die Arbeit zu erleichtern und durch das neue Miteinander ein menschenwürdiges Umfeld zu gestalten und zu erhalten.


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